Wohnen: Wie viel Quadratmeter braucht man wirklich?

Tiny-House, Riesenloft, Penthouse oder Einfamilienhaus - wie viel Platz benötigt man zum Wohnen? Dieser Frage gehen wir in diesem Beitrag nach. Immer mehr Menschen entscheiden sich heutzutage für einen gemütlichen, kleinen Wohnraum. Das hat nicht nur mit den aktuell hohen Mietpreisen zu tun...
Katrin Gruber
Katrin Gruber
Wohnen Headerbild

sondern auch mit neuen minimalistischen Wohntrends, die sich ganz bewusst auf das Nötigste reduzieren. Dennoch erfreuen sich auch das klassische Einfamilienhaus oder das luxuriöse Penthouse nach wie vor großer Beliebtheit. Die Vorteile der unterschiedlichen Wohnformen haben wir am Ende des Beitrags für euch aufgeschlüsselt. Viel Spaß beim Lesen! 

Die Mindestanforderung ans Wohnen

„Die Nutzfläche einer Wohnung muss mindestens 30 m2 betragen. Jede Wohnung muss über mindestens eine Toilette und ein Bad im Wohnungsverband verfügen“, heißt es etwa in der Bauordnung für Wien, die eine Mindestgröße von 30 m2 für Wohnungen vorschreibt. Es gibt demnach in Österreich sogar gesetzliche Vorgaben für Wohnungen, unabhängig davon, wie viel Platz von der einzelnen Person tatsächlich benötigt wird.

Doch gibt es auch Wohnungen, die mit weniger Quadratmetern zum Wohnen angeboten werden? Ja, die gibt es! Ein Beispiel, wie Wohnen auf kleinstem Raum aussehen kann, lieferte bereits im Jahr 1972 die Eröffnung des Nakagin Capsule Tower mit seinen 140 kleinen Wohnkapseln in Tokio. Der Architekt des kapselförmigen Hochhauses, das medial für zahlreiche kontroverse Diskussionen sorgte, dachte, dass die Zukunft des Wohnens auf schmalen 9 m2 stattfinden wird. Wie der Tower mit seinen winzigen Wohneinheiten aussieht, kannst du im Video unter diesem Text am besten nachvollziehen. Beurteile selbst, ob du dir vorstellen könntest, so zu wohnen:

In Österreich leben wir dann zumeist doch lieber auf etwas größerem Fuß. So lag die durchschnittliche Wohnraumgröße im Jahr 2017 bei rund 44,8 Quadratmetern pro Person. In den Statistiken fällt in den letzten Jahren aber auf, dass sich die Anzahl der Single-Haushalte in den vergangenen Jahren enorm gesteigert hat. Bereits 37 Prozent der Österreicher:innen leben alleine. Das könnte auch ein Grund dafür sein, warum Wohnungen aktuell tendenziell kleiner gebaut werden. Am größten ist die Anzahl der Single-Haushalte dabei im städtischen Raum.

Die Wahl der passenden Wohngröße

Bei der Wahl der Wohngröße kommt es natürlich in erster Linie auf die individuellen Lebenssituationen an. Als Single im urbanen Raum reichen vielen Personen 30 Quadratmeter vollkommen aus, für eine dreiköpfige Familie würde es hier hingegen schon recht kuschelig werden. Neben der familiären Situation ist auch die finanzielle Lage bei der Wahl des Wohnraums entscheidend. Denn die Wohnungspreise sind in jüngster Vergangenheit signifikant gestiegen. Die durchschnittliche Miete mit Betriebskosten pro m2 liegt in Österreich laut Statistik Austria aktuell bei 9,50 Euro. Je nach Region kann dieser Wert aber schnell nach oben schnellen und bei rund 12 Euro pro Quadratmeter liegen.

Neue Lebensphilosophie: Minimalismus

Unabhängig von Lebensstil und den finanziellen Mitteln zeichnet sich seit geraumer Zeit auch ein Trend in Richtung „kleinerer, minimalistischer Wohnraum“ ab. Insbesondere junge Menschen wollen Ressourcen schonen und bevorzugen ein nachhaltiges Leben auf kleinem Wohnraum. Die Art des Wohnens soll maßgeblich verändert werden. Frei nach dem Motto „weniger ist mehr“ wollen Fans des minimalistischen Wohnens auf Überfluss in jeder Hinsicht verzichten. Die Lebensphilosophie spiegelt sich bereits in der Wahl des Wohnraums wider, der zumeist relativ klein ausfällt, und geht bei der Einrichtung des Eigenheims weiter. Hier legen die Minimalisten vor allem auf schlichtes Design und übersichtlich gestaltete Räume wert. Im Vordergrund stehen Funktionalität, Reduktion und Klarheit. Die Anhänger:innen der Bewegung wollen sich möglichst von materiellen Lasten befreien, um so mehr Raum für die persönliche Entfaltung zu schaffen.

Holzstuhl Wohnen

Die Wohnform macht den Unterschied

Wir haben nun schon erfahren, dass es in österreichischen Bundesländern eine Mindestgröße für Wohnungen gibt. Außerdem haben wir einen Blick in die Ferne gewagt und festgestellt, dass in anderen Ländern bereits viel kleinere Wohnräume als Wohnung definiert werden. Zusätzlich haben wir einen kurzen Exkurs zum neuen Wohntrend Minimalismus gemacht. Jetzt wollen wir uns die unterschiedlichen Wohnformen und ihre Vorteile noch etwas genauer ansehen. Vielleicht hilft dir unsere Auflistung bei der Wahl deines zukünftigen Wohnraums.

Das klassische Einfamilienhaus

Das Einfamilienhaus verkörpert für viele Menschen nach wie vor einen anzustrebenden Zukunftstraum. Zwei Kinder und ein Hund dürfen in der Vorstellung natürlich auch nicht fehlen. Umgeben von Garten und einem eigenen Pool sieht man sich schon bei der ersten eigenen Grillparty mit der Familie im Garten sitzen. Neben vielen Vorteilen hat das Einfamilienhaus jedoch auch Nachteile, es wird von vielen als nicht mehr zeitgemäß angesehen, da es viel Boden versiegelt und daher nicht besonders nachhaltig ist.

Einfamilienhaus

Die städtische Single-Wohnung

Mittendrin statt nur dabei – so gestaltet sich das Leben in einer kleinen städtischen Single-Wohnung. Gemüse-Märkte und das bunte Treiben der Stadt können direkt nach Verlassen der Wohnung in vollen Zügen genossen werden. Auch Kunst und Kultur kommen hier nicht zu kurz. Vor allem Alleinstehende zieht es aufgrund vieler dieser Wohlfühlfaktoren in die Städte des Landes.

Wohnungen Urbaner Raum

Das kleine feine Tiny-House

Es ist klein, kompakt und duftet nach Freiheit – das Tiny-House. Die kompakte Wohnmöglichkeit liegt voll im Trend und überzeugt durch ihre Flexibilität, denn im besten Fall lässt sich der Wohnort (relativ) unkompliziert verändern. Das Tiny-House gilt als neue Alternative zum Einfamilienhaus und ist besonders bei der jungen Generation beliebt.

Tiny House

Das luxuriöse Penthouse / Loft

Groß, größer, Penthouse – die Wohnungen im letzten Stock von Wohnhäusern versprechen puren Luxus und viel Platz. Zumeist überzeugen die teuren Wohnungen mit einem tollen Ausblick über die Dächer der Stadt und beeindrucken mit großen Freiflächen.

Loft Penthouse

Fazit

Wie viel Quadratmeter braucht man nun zum Wohnen?

Die Frage, die wir uns zu Beginn dieses Beitrags gestellt haben, muss am Ende des Tages jede Person für sich selbst beantworten. Für einige Personen kann eine kleine gemütliche 1-Zimmer-Wohnung ideal sein, für eine andere ist diese Wohnform kaum vorstellbar. Wichtig ist, dass du dir vor der Wahl deiner perfekten Wohnform überlegst, welche Zwecke deine Wohnung oder dein Haus erfüllen müssen. Arbeitest du beispielsweise im Home-Office, dann ist ein zusätzliches Zimmer für ein Büro praktisch. Hast du einen Hund, dann könnte eine Gartenwohnung dein persönlicher Traum sein.

Egal für welche Wohnform und Wohngröße du dich letztlich entscheidest, wichtig ist, dass du dich in deinen eigenen vier Wänden wohlfühlst!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert