Wandern in Salzburg: Routen für Einsteiger, Familien und erfahrene Bergwanderer

Wandern in Salzburg: Routen für Einsteiger, Familien und erfahrene Bergwanderer Salzburg hat drei sehr unterschiedliche Wanderregionen — und das ist der entscheidende Punkt. Wer in Salzburg wandern möchte, muss zuerst wissen, welche Region zu ihm passt: der Untersberg direkt vor der Stadtgrenze für einen spontanen Nachmittag, die sanften Almwege im Tennengau für Familien und Einsteiger, […]

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Lukas Berger
Zwei Wanderer auf einem Bergpfad in Salzburg mit Blick auf die Alpen und ein Tal im Hintergrund

Wandern in Salzburg: Routen für Einsteiger, Familien und erfahrene Bergwanderer

Salzburg hat drei sehr unterschiedliche Wanderregionen — und das ist der entscheidende Punkt. Wer in Salzburg wandern möchte, muss zuerst wissen, welche Region zu ihm passt: der Untersberg direkt vor der Stadtgrenze für einen spontanen Nachmittag, die sanften Almwege im Tennengau für Familien und Einsteiger, der Pongau für alpine Bergtouren, und das Pinzgau mit den Hohen Tauern für ernsthafte Bergwanderer. Jede dieser Regionen hat einen eigenen Charakter — und andere Anforderungen.

Dieser Artikel gibt Orientierung: welche Wanderregion zu welchem Anspruch passt, was man über die Besonderheiten jeder Region wissen sollte und wann die beste Zeit für Wanderungen in Salzburg ist.

Welche Wanderregionen gibt es in Salzburg?

Region Charakter Geeignet für Anforderung
Untersberg stadtnahe Berglandschaft Tagesausflüge ab Salzburg-Stadt gering bis mittel
Tennengau sanfte Vorgebirgslandschaft Familien, Einsteiger, Almwanderungen gering
Pongau alpin, weitläufig, Almcharakter erfahrene Wanderer, Mehrtagestouren mittel bis hoch
Pinzgau / Hohe Tauern Hochgebirge, Gletscher Bergsteiger, anspruchsvolle Touren hoch

Wandern am Untersberg — das Salzburger Hausberg

Der Untersberg ist der markanteste Berg an der Stadtgrenze Salzburgs — von vielen Stellen der Altstadt aus sichtbar, in etwa 20 Minuten mit dem Auto erreichbar. Er ist kein leichter Spazierberg, aber er bietet eine Gondelbahn, die einen großen Teil des Aufstiegs übernimmt und damit auch weniger geübten Wanderern das Plateau zugänglich macht.

Was macht den Untersberg als Wanderziel aus?

Das Plateau des Untersbergs liegt auf etwa 1.700 bis 1.800 Metern und bietet an klaren Tagen Ausblicke auf Salzburg, das Berchtesgadener Land und die bayerische Ebene. Die Wege auf dem Plateau sind gut markiert und für geübte Wanderer ohne alpine Ausrüstung begehbar. Wer mit der Gondelbahn aufsteigt, hat oben die Wahl zwischen kurzen Rundwegen von einer Stunde und längeren Touren zum Salzburger Hochthron, dem höchsten Punkt des Untersbergs auf 1.853 Metern.

Was den Untersberg von anderen Tageszielen unterscheidet: die Kombination aus Stadtnähe und echter Berglandschaft. Man fährt nach einer Stadtbesichtigung nachmittags auf den Berg und ist am Abend wieder in der Altstadt. Das gibt dem Salzburg-Besuch eine Dimension, die viele Besucher nicht einplanen — und dann bereuen, sie verpasst zu haben.

Für wen eignet sich der Untersberg?

Für Menschen, die Salzburg besuchen und einen halben Tag Berglandschaft erleben möchten, ohne eine aufwändige Tour zu planen. Für Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren, die mit der Gondelbahn aufsteigen. Für erfahrene Wanderer, die die Aufstiegswege ohne Gondel nehmen und dabei deutlich mehr Höhenmeter zurücklegen.

Praktische Hinweise

Die Untersbergbahn fährt von St. Leonhard bei Grödig, etwa 20 Minuten südlich von Salzburg-Stadt. In der Hauptsaison ist früh ankommen sinnvoll — die Gondel hat begrenzte Kapazität und Wartezeiten können entstehen. Das Plateau ist bei Nebel und Gewitter schnell unwegsam — Wetterpрüfung vor dem Aufstieg ist wichtig.

Wandern im Tennengau — sanfte Wege für Familien und Einsteiger

Der Tennengau südlich von Salzburg ist die zugänglichste Wanderregion des Bundeslandes. Die Landschaft ist Vorgebirge — keine steilen Felswände, keine Gletscherübergänge, dafür weitläufige Almwiesen, gut ausgebaute Wege und Hütten, die auch an Wochentagen geöffnet sind. Wer zum ersten Mal in Salzburg wandert oder mit Kindern unterwegs ist, findet hier einen guten Einstieg.

Almwanderungen rund um Abtenau und Golling

Abtenau im Lammertal ist der bekannteste Ausgangspunkt für Almwanderungen im Tennengau. Von dort führen Wege auf die umliegenden Almen — mit Blick auf das Tennengebirge und ohne die alpinen Anforderungen der höher gelegenen Regionen. Die Wege sind breit, gut markiert und für Kinder ab etwa sechs Jahren gut machbar.

Golling an der Salzach hat mit dem Golling Wasserfall ein Ausflugsziel, das sich gut mit einer kurzen Wanderung im Tal kombinieren lässt — für Menschen, die nicht auf einen Gipfel möchten, aber trotzdem Natur und Bewegung suchen.

Für wen eignet sich der Tennengau?

Für Familien mit Kindern, für Einsteiger ohne Wandererfahrung und für Menschen, die nach einem entspannten Tag in der Natur suchen — ohne Gipfelsturm und ohne alpine Anforderungen. Der Tennengau ist auch im Frühjahr früh begehbar, wenn höhere Regionen noch Schnee tragen.

Wandern im Pongau — alpines Wandern mit Hüttenkultur

Der Pongau ist die Wanderregion für Menschen mit etwas mehr Erfahrung. Rund um Bischofshofen, St. Johann im Pongau und Radstadt gibt es ein dichtes Netz an markierten Wegen, die in mittlere und höhere alpine Lagen führen. Almhütten, Bergseen und Hochpanoramen kennzeichnen das Wanderangebot — mit längeren Gehzeiten und mehr Höhenmetern als im Tennengau.

Hochkönig — eine der bekanntesten Wanderregionen Salzburgs

Der Hochkönig ist mit 2.941 Metern einer der markantesten Berge Salzburgs und gibt der Region rund um Maria Alm und Mühlbach ein eigenes Gesicht. Wanderungen am Fuß des Hochkönigs — auf den Almen, rund um die Bergseen und zu den Hütten — sind ohne technische Ausrüstung machbar. Die Gipfelbesteigung selbst ist Bergsteigern vorbehalten.

Die Arthur-Haus-Hütte auf 1.502 Metern ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen am Hochkönig — gut erreichbar, mit einer der besten Aussichten auf das Massiv.

Liechtensteinklamm bei St. Johann im Pongau

Die Liechtensteinklamm ist eine der eindrucksvollsten Schluchten der Alpen — enge Felspassagen, rauschende Wasserfälle, ein Weg, der sich durch den Fels windet. Sie ist keine klassische Wanderung, sondern ein Naturerlebnis auf engem Raum. Für Menschen, die keine langen Bergtouren mögen, aber etwas Besonderes suchen, ist die Klamm eine der stärksten Optionen im Pongau. Geöffnet von Mai bis Oktober.

Für wen eignet sich der Pongau?

Für erfahrene Wanderer, die Mehrstundenprogramme und Hüttenübernachtungen schätzen. Für Menschen, die alpines Wandern mit Almkultur verbinden möchten. Für Paare und Gruppen ohne kleine Kinder, die Kondition und Erfahrung mitbringen.

Wandern im Pinzgau — Hochgebirge und Nationalpark Hohe Tauern

Das Pinzgau ist die anspruchsvollste Wanderregion Salzburgs. Zell am See ist der bekannteste Ausgangspunkt, aber die eigentliche Wanderqualität liegt dahinter — im Nationalpark Hohe Tauern, rund um den Großglockner und im Oberpinzgau rund um Neukirchen und Bramberg.

Nationalpark Hohe Tauern — Österreichs größter Nationalpark

Der Nationalpark Hohe Tauern ist der größte Nationalpark der Alpen und erstreckt sich über Salzburg, Tirol und Kärnten. Im Salzburger Teil sind die Wanderwege gut ausgebaut — von leichten Tälerwegen bis zu anspruchsvollen Hochgebirgstouren. Die Krimmler Wasserfälle, die höchsten Wasserfälle Österreichs, sind ein eigenständiges Naturerlebnis und ohne alpine Ausrüstung erreichbar.

Wer tiefer in den Nationalpark einsteigt, braucht alpine Erfahrung, gutes Kartenmaterial und Respekt vor dem Wetter. Das Hochgebirge in den Hohen Tauern kann sich schnell verändern — selbst im Hochsommer sind Schneefelder und Kälteeinbrüche möglich.

Für wen eignet sich das Pinzgau?

Für erfahrene Bergwanderer und Bergsteiger mit alpiner Ausrüstung und Erfahrung. Für Menschen, die mehrtägige Hochgebirgstouren planen und sich mit Wetter und Gelände auskennen. Für alle, die die Krimmler Wasserfälle besuchen möchten — das ist ohne besondere Vorbereitung möglich und ein Erlebnis der eigenen Kategorie.

Wann ist die beste Zeit für Wanderungen in Salzburg?

Die Wandersaison in Salzburg ist lang — von März bis November, je nach Region. Der Tennengau und der Untersberg sind ab März begehbar, wenn in den höheren Lagen noch Schnee liegt. Der Pongau und das Pinzgau sind in höheren Lagen meist ab Mitte Juni schneefrei.

Juli und August sind die belebtesten Monate auf den bekannten Wanderwegen. Wer Ruhe sucht, wandert im Juni oder September — die Bedingungen sind dann oft besser als im Hochsommer, weil die Temperaturen angenehmer sind und die Hütten weniger voll.

Herbstwanderungen bis in den Oktober sind im Tennengau und am Untersberg sehr schön — die Lärchen färben sich, die Luft ist klar, und die Ausblicke sind oft schärfer als im Sommer.

Was man für Wanderungen in Salzburg wissen sollte

  • Ausrüstung: Für den Tennengau und den Untersberg (mit Gondel) reichen feste Schuhe. Für Pongau und Pinzgau sind Wanderschuhe mit Knöchelschutz und gutem Profil notwendig.
  • Wetter: In den Bergen kann sich das Wetter schnell ändern. Eine Regenjacke gehört immer mit. Gewitter entstehen in Salzburg im Sommer häufig am Nachmittag — früh starten ist auf höheren Touren wichtig.
  • Hütten: Im Pongau und Pinzgau gibt es viele Schutzhütten und Almgasthäuser. In der Hauptsaison ist eine Voranmeldung für Übernachtungen sinnvoll.
  • Öffentliche Anreise: Zum Untersberg und in den Tennengau ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. In den Pongau und das Pinzgau kommt man mit der Bahn nach Bischofshofen, Zell am See oder Saalfelden — von dort weiter mit Bus oder Auto.

Häufige Fragen zum Wandern in Salzburg

Welche Wanderungen eignen sich für Einsteiger in Salzburg?

Der Tennengau rund um Abtenau und Golling ist die beste Option für Einsteiger — sanfte Almwege, wenig Höhenunterschied, gut markiert. Der Untersberg mit der Gondelbahn ist ebenfalls gut geeignet, wenn man das Plateau erkundet und nicht die Aufstiegswege nimmt.

Kann man vom Untersberg aus Salzburg-Stadt sehen?

Ja — bei klarem Wetter sieht man von der Untersbergbahn-Bergstation und vom Plateau aus die Salzburger Altstadt, die Festung Hohensalzburg und die umliegende Ebene. Der Ausblick ist einer der schönsten stadtnahen Bergpanoramen Österreichs.

Welche Wanderregion eignet sich für Familien mit Kindern?

Der Tennengau ist für Familien mit Kindern am besten geeignet — flache Almwege, kurze Gehzeiten, Hütten mit Spielbereichen. Der Untersberg mit der Gondelbahn funktioniert für ältere Kinder ab etwa acht Jahren gut.

Was sind die Krimmler Wasserfälle und wie erreicht man sie?

Die Krimmler Wasserfälle im Nationalpark Hohe Tauern sind die höchsten Wasserfälle Österreichs — 380 Meter Fallhöhe in drei Stufen. Der Aufstieg entlang der Wasserfälle dauert etwa zwei Stunden und ist ohne alpine Ausrüstung machbar. Ausgangspunkt ist Krimml im Oberpinzgau, erreichbar mit der Zillertalbahn oder dem Auto.

Wann sollte man Hütten im Pongau vorbuchen?

In der Hauptsaison Juli und August sind beliebte Hütten im Pongau und Pinzgau oft ausgebucht. Eine Voranmeldung zwei bis drei Wochen im Voraus ist sinnvoll. Im Juni und September ist spontanes Einkehren oft noch möglich.

Gibt es geführte Wanderungen in Salzburg?

Ja — viele Tourismusorte bieten geführte Wanderungen an, besonders im Sommer. Für Menschen ohne alpine Erfahrung, die den Pongau oder das Pinzgau erkunden möchten, ist eine geführte Tour eine gute Möglichkeit, die Region sicher kennenzulernen.

→ Alle Freizeitideen und Ausflugsziele für Salzburg im Überblick: Freizeit in Salzburg

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Lukas Berger
Lukas Berger schreibt für meine-freizeit.at über Regionen, Ausflugsziele, Wanderungen und die Freizeitmöglichkeiten, die Österreich außerhalb der großen Tourismusorte zu bieten hat. Er ist in Oberösterreich aufgewachsen, kennt das Salzkammergut seit seiner Kindheit und verbringt einen Großteil seiner Freizeit in den Bergen und an den Seen des Landes. Seine Texte sind keine Reiseführer — sie sind Einordnungen: Was macht einen Ort oder eine Region aus? Für wen lohnt sich ein Besuch? Was sollte man wissen, bevor man losfährt? Lukas schreibt so, wie er selbst Empfehlungen sucht: sachlich, ehrlich und ohne Übertreibung.