Wandern in Kärnten: Routen für Einsteiger, Familien und Bergfans

Seenrundwege, Nockberge und Karawanken: Wandern in Kärnten für jedes Niveau. Welche Regionen passen, was man wissen sollte und wann die beste Zeit ist....
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Lukas Berger
Familie wandert auf einem Bergpfad in Kärnten mit Blick auf einen See und die Alpen im Hintergrund

Wandern in Kärnten: Routen für Einsteiger, Familien und Bergfans

Kärnten ist keine klassische Wanderregion im Sinne von Tirol oder Salzburg — es ist etwas anderes. Was die Kärntner Berglandschaft auszeichnet, ist die Kombination: Man wandert in Sichtweite von Seen, die türkisblau in den Tälern liegen. Man kommt von einer Almwiese in einer Stunde an einen Badesee. Und man findet zwischen Nockbergen, Karawanken und Seenrundwegen sehr unterschiedliche Wandercharaktere auf engem Raum.

Das macht Wandern in Kärnten für sehr unterschiedliche Menschen interessant: für Einsteiger, die einfache Wege mit schönen Ausblicken suchen, für Familien, die Bewegung und Badetag verbinden möchten, und für erfahrene Wanderer, die alpinere Touren mit mehr Anforderung suchen.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Wanderregionen Kärntens, erklärt was sie voneinander unterscheidet und hilft bei der Wahl der richtigen Route.

Welche Wanderregionen gibt es in Kärnten?

Kärnten hat drei klar unterscheidbare Wanderregionen, die sich in Charakter, Anforderung und Atmosphäre deutlich voneinander abheben:

Region Charakter Geeignet für Anforderung
Seenrundwege flach, naturbelassen, aussichtsreich Einsteiger, Familien, gemütliche Tage gering
Nockberge sanft, alpin, weitläufig Wanderer mit etwas Erfahrung, Naturliebhaber mittel
Karawanken alpin, felsig, grenzübergreifend erfahrene Wanderer, Klettersteig-Interessierte mittel bis hoch

Wandern an den Kärntner Seen

Die Seenrundwege in Kärnten sind der einfachste Einstieg ins Wandern — und gleichzeitig einer der schönsten. Die Wege verlaufen meist auf wenig Höhenunterschied, sind gut markiert und führen durch wechselnde Landschaft: Uferpromenaden, Waldabschnitte, Ausblicke auf das Wasser und gelegentlich auf die umliegenden Bergkämme.

Rund um den Ossiacher See

Der Ossiacher See hat einen der schönsten Seenrundwege Kärntens. Der Weg rund um den See ist etwa 28 Kilometer lang und lässt sich gut in zwei Etappen aufteilen — oder als Tagesmarathon für geübte Geher. Wer nicht den ganzen See umrunden möchte, kann kürzere Abschnitte herausgreifen: das Nordufer mit Blick auf die Gerlitzen oder das ruhigere Südufer durch Wald und kleine Ortschaften.

Der Rundweg ist für Familien mit Kindern gut geeignet — die Anstiege sind minimal, der Weg ist breit und gut befestigt, und an mehreren Stellen gibt es die Möglichkeit, einen Abstecher zum Badeplatz zu machen.

Rund um den Weissensee

Der Weissensee hat einen anderen Charakter als der Ossiacher See — stiller, naturbelassener, mit weniger Infrastruktur. Der Rundweg ist kürzer, führt aber durch Abschnitte, die nur zu Fuß erreichbar sind. Das gibt dem Weg einen Charakter, den die erschlosseneren Seenrundwege nicht haben: hier trifft man niemanden mit Bollerwagen oder Lastenrad.

Für Wanderer, die Ruhe und klares Wasser suchen, ist der Weissensee-Rundweg eine gute Wahl — mit der Möglichkeit, zwischendurch ins türkisblaue Wasser zu springen.

Höhenwege über den Seen

Wer etwas mehr Höhe sucht, findet rund um den Ossiacher See und den Wörthersee Höhenwege, die den Blick auf die Seen von oben freigeben. Der Weg von der Gerlitzen-Bergstation hinunter zum Ossiacher See ist eine der schönsten Wanderungen dieser Art: Almwiesen, Waldabschnitte und dann das plötzlich auftauchende Panorama auf den See unten.


Wandern in den Nockbergen

Die Nockberge sind das Herzstück des Kärntner Wanderangebots für Menschen mit etwas mehr Erfahrung. Sie sind kein Hochgebirge — die Gipfel liegen meist zwischen 2000 und 2400 Metern —, haben aber einen alpinen Charakter, der sich deutlich von den Seenrundwegen unterscheidet. Weite Almlandschaften, sanfte Kuppen, kaum Felsstufen, dafür lange Panoramawege.

Was macht die Nockberge besonders?

Die Nockberge sind ein Biosphärenpark — das bedeutet, dass ein großer Teil der Landschaft unter Schutz steht und die Erschließung bewusst begrenzt ist. Es gibt keine großen Skigebiete, keine breiten Liftanlagen, wenig Trubel. Wer im Sommer in die Nockberge kommt, hat weite Almflächen oft für sich.

Die typische Nockberge-Wanderung folgt einem der vielen Almwege: auf eine Sonnalm, weiter zu einem Bergsee, dann auf einen der sanften Gipfel. Die Wege sind gut markiert, die Anstiege sind lang aber selten steil. Ausdauer ist wichtiger als Schwindelfreiheit.

Bergseen in den Nockbergen

Was die Nockberge von vielen anderen Wanderregionen unterscheidet: die kleinen Bergseen, die verstreut in der Hochlandschaft liegen. Der Brennsee, der Windebensee oder der Flattacher Bergsee sind Ziele, die man nach einer Wanderung mit einem Bad verbinden kann — das Wasser ist kalt, aber klar. Das ist eine andere Qualität von Abkühlung als an den großen Badeseen unten.

Ausgangspunkte für die Nockberge

Gute Ausgangspunkte für Wanderungen in den Nockbergen sind Innerkrems, Bad Kleinkirchheim und die Nockalmstraße, die das Gebiet von West nach Ost erschließt. Viele Wanderer fahren mit dem Auto auf die Hochfläche und starten von dort — das spart Höhenmeter und gibt mehr Zeit für die Wanderung selbst.


Wandern in den Karawanken

Die Karawanken bilden die Südgrenze Kärntens zu Slowenien — ein langer Gebirgszug, der sich von West nach Ost zieht und auf der Kärntner Seite sehr unterschiedliche Wandermöglichkeiten bietet. Von leichten Wegen im unteren Bereich bis zu anspruchsvollen Bergtouren mit Kletterstellen ist hier alles vorhanden.

Was unterscheidet die Karawanken von den Nockbergen?

Die Karawanken sind alpiner als die Nockberge. Die Wege führen öfter über Fels, die Übergänge sind steiler, und manche Gipfeltouren verlangen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Wer zum ersten Mal in Kärnten wandert und keine Erfahrung mit alpinem Gelände hat, sollte mit den Nockbergen oder den Seenrundwegen beginnen.

Was die Karawanken interessant macht: der Blick. Von den Gipfeln sieht man auf beiden Seiten der Grenze — auf die Kärntner Seen im Norden und auf die slowenischen Täler im Süden. Dieser Ausblick ist anders als von den Nockbergen, weil er den Grenzcharakter des Gebirges sichtbar macht.

Klettersteige in den Karawanken

Die Karawanken haben einige gut erschlossene Klettersteige, die für Menschen interessant sind, die den nächsten Schritt nach dem Wandern suchen. Der Klettersteig am Hochstuhl ist einer der bekanntesten — technisch nicht sehr anspruchsvoll, aber mit ausreichend Ausgesetztheit, um das Erlebnis zu intensivieren. Eine gute Grundausrüstung mit Klettersteigset und die entsprechende körperliche Fitness sind Voraussetzung.

Ausgangspunkte für die Karawanken

Gute Ausgangspunkte für Karawanken-Wanderungen sind Ferlach, Eisenkappel-Vellach und der Loibl-Pass. Von Ferlach aus ist der Hochstuhl gut erreichbar, Eisenkappel-Vellach ist ein ruhiger Ausgangspunkt für weniger bekannte Touren im Bereich Petzen und Raduha.


Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Kärnten?

Die Wandersaison in Kärnten beginnt je nach Höhenlage unterschiedlich. Die Seenrundwege sind ab April begehbar und oft bis in den Oktober hinein angenehm. Die Nockberge und Karawanken sind in höheren Lagen meist ab Mitte Juni schneefrei — vorher können Schneereste auf Almwegen noch liegen.

Juli und August sind die belebtesten Monate, auch auf den Wanderwegen. Wer Ruhe sucht, findet sie im Juni und September besser — die Bedingungen sind dann oft angenehmer, weil die Temperaturen milder sind und die beliebtesten Wege weniger besucht sind.

Für Herbstwanderungen bis in den Oktober sind die unteren Bereiche der Nockberge und die Seenrundwege gut geeignet. Die Lärchen färben sich dann gelb, die Almwiesen verlieren ihr Grün, und die Seen unten liegen ruhig ohne Badebetrieb.


Was man für Wanderungen in Kärnten wissen sollte

  • Ausrüstung: Für Seenrundwege reichen feste Turnschuhe. Für Nockberge und Karawanken sind Wanderschuhe mit gutem Profil sinnvoll — die Wege können nass und rutschig sein.
  • Wetter: In den Bergen kann das Wetter in Kärnten schnell wechseln. Eine Regenjacke gehört auch bei Sonnenschein in den Rucksack. Gewitter entstehen in Kärnten im Sommer häufig am Nachmittag — früh starten ist auf höheren Touren sinnvoll.
  • Hütten: In den Nockbergen und Karawanken gibt es Schutzhütten und Almgasthäuser, die Einkehr und bei Bedarf Übernachtung ermöglichen. An Wochenenden in der Hauptsaison kann eine Voranmeldung sinnvoll sein.
  • Markierung: Die Wanderwege in Kärnten sind gut markiert — rote und weiße Streifen auf Felsen und Bäumen sind das übliche System. Abseits der markierten Wege in den Karawanken sollte man nur mit guter Ortskenntniss oder Karte gehen.
  • Öffentliche Anreise: Zu vielen Ausgangspunkten der Seenrundwege ist die Anreise mit Bahn und Bus möglich. In die Nockberge und in die Karawanken ist ein eigenes Fahrzeug für die meisten Ausgangspunkte praktischer.

Häufige Fragen zum Wandern in Kärnten

Welche Wanderungen in Kärnten eignen sich für Einsteiger?

Die Seenrundwege — vor allem rund um den Ossiacher See — sind gut geeignet für Menschen ohne viel Wandererfahrung. Wenig Höhenunterschied, breite Wege, gute Markierung. In den Nockbergen gibt es ebenfalls einsteigertaugliche Routen auf den Almhöhen, die keine technischen Anforderungen stellen.

Kann man in Kärnten wandern und danach schwimmen gehen?

Das ist eine der Stärken Kärntens. Viele Wanderungen enden in der Nähe eines Sees oder führen direkt daran vorbei. Am Ossiacher See und am Weissensee ist die Kombination am einfachsten — die Wege verlaufen nah am Wasser, und Badeplätze gibt es an mehreren Stellen.

Sind die Wanderwege in den Nockbergen auch für Kinder geeignet?

Für ältere Kinder ab etwa acht Jahren, die Ausdauer mitbringen, sind die sanfteren Nockberge-Touren gut geeignet. Die Almwiesen sind offen und übersichtlich, die Wege verlangen keine Kletterei. Für kleinere Kinder sind die Seenrundwege die bessere Wahl.

Wie anspruchsvoll sind die Karawanken?

Das hängt von der gewählten Tour ab. Es gibt Wege in den unteren Bereichen der Karawanken, die wenig alpinen Charakter haben. Die Gipfeltouren und Klettersteige verlangen dagegen Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und entsprechende Ausrüstung. Wer keine Erfahrung mit alpinem Gelände hat, sollte zunächst mit leichteren Touren beginnen.

Wann öffnen die Hütten in den Nockbergen?

Die meisten Almhütten und Schutzhütten in den Nockbergen öffnen Mitte Juni und schließen Ende September oder Anfang Oktober. Genaue Öffnungszeiten variieren je nach Hütte — eine kurze Anfrage im Voraus ist vor längeren Touren sinnvoll.

Gibt es geführte Wanderungen in Kärnten?

Ja — viele Tourismusorte in Kärnten bieten geführte Wanderungen an, besonders in der Hauptsaison. Für Menschen, die die Nockberge oder Karawanken zum ersten Mal besuchen und sich mit alpinem Gelände nicht sicher fühlen, ist eine geführte Tour eine gute Möglichkeit, die Region kennenzulernen.


→ Alle Freizeitideen und Ausflugsziele für Kärnten im Überblick: Kärnten entdecken

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Lukas Berger
Lukas Berger schreibt für meine-freizeit.at über Regionen, Ausflugsziele, Wanderungen und die Freizeitmöglichkeiten, die Österreich außerhalb der großen Tourismusorte zu bieten hat. Er ist in Oberösterreich aufgewachsen, kennt das Salzkammergut seit seiner Kindheit und verbringt einen Großteil seiner Freizeit in den Bergen und an den Seen des Landes. Seine Texte sind keine Reiseführer — sie sind Einordnungen: Was macht einen Ort oder eine Region aus? Für wen lohnt sich ein Besuch? Was sollte man wissen, bevor man losfährt? Lukas schreibt so, wie er selbst Empfehlungen sucht: sachlich, ehrlich und ohne Übertreibung.