Camping in Kärnten: Die schönsten Plätze an den Seen und in den Bergen

Ossiacher See, Wörthersee, Weissensee oder Millstätter See: Camping in Kärnten direkt am Wasser — mit Einordnung nach Freizeitstil, Tipps zur Platzwahl und dem Vergleich von Zelt, Wohnmobil und Mobilheim....
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Lukas Berger
Familie beim Camping am Kärntner See bei Sonnenuntergang — Zelt, Wohnmobil und Lagerfeuer direkt am Wasser mit Bergpanorama

Camping in Kärnten: Die schönsten Plätze an den Seen und in den Bergen

Camping in Kärnten ist keine Notlösung, wenn das Hotel zu teuer ist. Es ist eine eigene Art, die Region zu erleben — mit dem See vor dem Zelt, dem Morgengrauen über den Bergen und dem Abend am Lagerfeuer, den man in keinem Zimmer so hat. Kärnten hat für Camping-Urlauber eine ungewöhnlich gute Ausgangslage: Die Campingplätze liegen direkt an den Seen, das Klima ist mild, und die Saison ist lang genug, dass auch ein Urlaub im Juni oder September noch gut funktioniert.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Campingregionen Kärntens, erklärt was die Plätze voneinander unterscheidet und hilft bei der Entscheidung zwischen Zelt, Wohnmobil und Mobilheim. Welche Seen Kärnten hat und was sie voneinander unterscheidet, ist im Artikel Die schönsten Seen in Kärnten ausführlich beschrieben.

Warum eignet sich Kärnten besonders gut zum Campen?

Kärnten hat drei Dinge, die für Camping-Urlauber entscheidend sind: warme Seen, viel Sonne und eine Infrastruktur rund um die Campingplätze, die seit Jahrzehnten gewachsen ist.

Die Wassertemperaturen der großen Seen — Wörthersee, Ossiacher See, Millstätter See — erreichen im Sommer Werte, bei denen man täglich und gerne schwimmt. Die Campingplätze liegen an den meisten Seen direkt am Wasser, oft mit eigenem Strandzugang. Das bedeutet: Morgens aufstehen, zwei Minuten gehen, im See schwimmen. Das klingt einfach — und ist es auch.

Dazu kommt die Länge der Saison. Viele Kärntner Campingplätze öffnen Mitte Mai und schließen erst Ende September. Wer in der Vor- oder Nachsaison kommt, hat die Plätze deutlich weniger belebt — und die Seen immer noch warm genug.

Welche Campingregionen gibt es in Kärnten?

Nicht jede Region Kärntens eignet sich gleich gut zum Campen. Die Wahl des Standorts hängt davon ab, was man vom Camping-Urlaub erwartet.

Ossiacher See — die familienfreundlichste Camping-Region

Der Ossiacher See ist die beste Camping-Region Kärntens für Familien und für Menschen, die einen aktiven Urlaub mit Seebad kombinieren möchten. Rund um den See gibt es mehrere große Campingplätze mit direktem Seezugang, Spielplätzen, Sanitäranlagen und einem breiten Angebot an Aktivitäten — Bootsverleihe, Radwege, die Gerlitzen als Wanderziel direkt über dem Nordufer.

Was den Ossiacher See als Camping-Standort auszeichnet: Die Campingplätze sind gut erschlossen, aber der See ist nicht so belebt wie der Wörthersee. Man hat das Gefühl, in der Natur zu sein — mit dem Komfort eines gut organisierten Platzes. Wer das erste Mal in Kärnten campt und nicht sicher ist, welchen See er wählen soll, liegt am Ossiacher See richtig.

Wörthersee — Camping mit Promenaden-Charakter

Der Wörthersee hat ebenfalls mehrere Campingplätze, liegt aber in einem anderen Segment: belebter, mondäner, mit mehr Infrastruktur in den umliegenden Orten. Wer abends in eine Promenade mit Gastronomie und Betrieb gehen möchte, ist am Wörthersee besser aufgehoben als am Ossiacher See. Wer dagegen Ruhe und Naturcharakter sucht, wird am Wörthersee in der Hauptsaison weniger fündig.

Die Campingplätze am Wörthersee sind in der Hauptsaison gut gebucht — eine frühe Reservierung ist sinnvoll, besonders für Juli und August.

Weissensee — Camping für Naturliebhaber

Der Weissensee ist die ruhigste Camping-Option in Kärnten. Kein Motorbootverkehr, naturbelassenes Ufer, glasklares Wasser — und Campingplätze, die diesem Charakter entsprechen. Wer am Weissensee campt, sucht Ruhe, Natur und Abstand vom Trubel. Die Infrastruktur ist kleiner als an den anderen Seen, aber gut genug für einen Aufenthalt von einer Woche.

Der Weissensee liegt im Westen Kärntens, auf rund 930 Metern Höhe — die Nächte sind kühler als am Wörthersee oder Ossiacher See, und das Wasser erwärmt sich im Sommer etwas langsamer. Für Zelt-Camper, die leichtere Ausrüstung mitbringen, ist das einen Gedanken wert.

Millstätter See — ruhiger Standort mit Wanderpotenzial

Der Millstätter See ist der tiefste Kärntner See und hat eine ruhigere Atmosphäre als Wörthersee oder Ossiacher See. Die Campingplätze liegen überwiegend am Südufer, mit direktem Seezugang und Blick auf die Nockberge im Norden. Für Camping-Urlauber, die neben dem Badetag auch Wanderungen in den Nockbergen planen, ist der Millstätter See ein guter Ausgangspunkt — die Nockalmstraße ist von dort gut erreichbar.

An manchen Stellen sind die Ufer des Millstätter Sees steil — für Familien mit Kleinkindern ist es sinnvoll, den konkreten Campingplatz vorab auf flache Einstiegsmöglichkeiten zu prüfen.

Zelt, Wohnmobil oder Mobilheim — was passt wozu?

Camping in Kärnten funktioniert in verschiedenen Formen — und die Wahl zwischen Zelt, Wohnmobil und Mobilheim macht einen großen Unterschied in der Erfahrung.

Zelten in Kärnten

Zelten ist die intimste Form des Campings — näher an der Natur, flexibler in der Platzwahl, und an den richtigen Tagen das schönste Erlebnis. An einem warmen Sommermorgen am Ossiacher See im Zelt aufzuwachen, den See zu hören und in zwei Minuten schwimmen zu gehen, ist schwer zu toppen.

Was man beim Zelten in Kärnten berücksichtigen sollte: Die Böden an manchen Seenufern sind steinig. Ein gutes Schlafsystem und Heringe, die auch in hartem Untergrund halten, sind sinnvoll. Und die Sommernächte in Kärnten können selbst im Juli kühl sein — eine wärmere Decke oder ein Schlafsack, der auch bei 12 Grad noch funktioniert, ist kein Luxus.

Wohnmobil und Wohnwagen in Kärnten

Die meisten großen Campingplätze in Kärnten sind gut für Wohnmobile und Wohnwagen erschlossen: befestigte Stellplätze, Strom- und Wasseranschlüsse, Entsorgungsstationen. Wer mit dem Wohnmobil kommt, hat den Vorteil der Flexibilität — Standort wechseln, wenn ein Platz nicht gefällt, und in Ruhe anreisen, ohne auf ein festes Bett angewiesen zu sein.

Was in Kärnten mit Wohnmobil gut funktioniert: eine Kombination aus mehreren Seen. Ein paar Tage am Ossiacher See, dann weiter zum Millstätter See oder zum Weissensee. Die Distanzen sind kurz, die Routen dazwischen oft landschaftlich schön.

Mobilheim und Glamping

Viele Kärntner Campingplätze bieten Mobilheime und Glamping-Unterkünfte an — für Menschen, die das Camping-Erlebnis suchen, ohne selbst Ausrüstung mitzubringen. Mobilheime haben in der Regel eine kleine Küche, Dusche und Betten, liegen direkt auf dem Campingplatz und geben Zugang zu allen Platz-Einrichtungen. Für Familien, die das erste Mal campen und nicht sofort in Ausrüstung investieren möchten, ist das eine gute Möglichkeit zu testen, ob das Campen zu ihnen passt.

Was sollte man bei der Wahl des Campingplatzes beachten?

Nicht alle Campingplätze in Kärnten sind gleich. Ein paar Kriterien helfen bei der Entscheidung.

Direkter Seezugang ist der wichtigste Faktor für die meisten Camping-Urlauber. Manche Plätze liegen am See, andere haben eine Straße dazwischen. Der Unterschied ist groß — vor allem morgens und abends, wenn der See ruhig ist und das Licht besonders schön wird.

Größe des Platzes bestimmt die Atmosphäre. Große Plätze haben mehr Infrastruktur — Restaurants, Animationsprogramme, Spielplätze — und sind voller. Kleinere Plätze sind ruhiger und persönlicher, haben aber weniger Ausstattung. Für Familien mit Kindern sind größere Plätze oft praktischer. Für Paare oder Alleinreisende sind kleinere Plätze angenehmer.

Jahreszeit und Buchung: In der Hauptsaison Juli und August sind die besten Plätze an den großen Seen früh ausgebucht. Wer spontan fahren möchte, hat in der Vor- oder Nachsaison mehr Spielraum. Eine Reservierung mindestens drei Monate im Voraus ist für Juli und August am Wörthersee und Ossiacher See empfehlenswert.

Wann ist die beste Zeit zum Campen in Kärnten?

Juni ist der unterschätzteste Monat für Camping in Kärnten. Die Seen sind noch nicht auf ihrem Temperaturhöhepunkt, aber für die meisten Camper bereits warm genug — und die Plätze sind deutlich ruhiger als im Juli. Die Tage sind lang, das Licht schön, und man hat Stellplätze, für die man im August einen Monat vorher buchen müsste.

September ist ähnlich attraktiv: Die Wassertemperaturen sind nach dem Sommer noch angenehm, die Nächte kühler, die Plätze leerer. Wer flexibel ist und nicht in den Schulferien fahren muss, kommt in diesen Monaten am besten weg.

Juli und August sind die Hauptsaison — belebt, voll, teurer, aber auch die Zeit mit den wärmsten Seen und dem verlässlichsten Wetter. Für Familien mit Schulkindern oft keine Wahl — und mit den richtigen Erwartungen trotzdem ein guter Urlaub.

Häufige Fragen zum Camping in Kärnten

Welcher Campingplatz in Kärnten eignet sich am besten für Familien?

Rund um den Ossiacher See gibt es mehrere familienfreundliche Campingplätze mit direktem Seezugang, Spielplätzen und flachen Uferbereichen für Kinder. Der Ossiacher See ist für Familien die beste Ausgangslage — aktive Möglichkeiten, ruhigere Atmosphäre als am Wörthersee, kurze Wege.

Muss man Campingplätze in Kärnten im Voraus buchen?

In der Hauptsaison Juli und August unbedingt — die besten Plätze an Wörthersee und Ossiacher See sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Im Juni und September ist spontanes Ankommen noch gut möglich, besonders unter der Woche.

Gibt es in Kärnten Campingplätze für Wohnmobile?

Ja — die meisten großen Campingplätze haben eigene Wohnmobil-Stellplätze mit Strom- und Wasseranschluss. Für Wohnmobil-Touren durch Kärnten eignen sich besonders der Ossiacher See, der Millstätter See und der Weissensee als Etappenziele.

Wie kalt sind die Nächte in Kärnten beim Camping?

Im Juli und August sind die Nächte in den Seenregionen meist angenehm — Temperaturen um 15 bis 18 Grad sind üblich. In höheren Lagen und am Weissensee kann es kühler sein. Ein Schlafsack oder eine warme Decke ist auch im Hochsommer sinnvoll.

Sind Hunde auf Kärntner Campingplätzen erlaubt?

Das ist von Platz zu Platz unterschiedlich. Viele Campingplätze erlauben Hunde, manche haben spezielle Bereiche oder Auflagen. Ein kurzer Check auf der Website des jeweiligen Platzes ist vor der Buchung empfehlenswert.

Was kostet Camping in Kärnten?

Die Preise variieren je nach Platz, Jahreszeit und Unterkunftsform. Ein Zeltplatz für zwei Personen kostet in der Hauptsaison typischerweise zwischen 25 und 45 Euro pro Nacht. Mobilheime liegen je nach Ausstattung deutlich darüber. In der Vor- und Nachsaison sind die Preise meist niedriger.

→ Alle Freizeitideen und Ausflugsziele für Kärnten im Überblick: Kärnten entdecken

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Lukas Berger
Lukas Berger schreibt für meine-freizeit.at über Regionen, Ausflugsziele, Wanderungen und die Freizeitmöglichkeiten, die Österreich außerhalb der großen Tourismusorte zu bieten hat. Er ist in Oberösterreich aufgewachsen, kennt das Salzkammergut seit seiner Kindheit und verbringt einen Großteil seiner Freizeit in den Bergen und an den Seen des Landes. Seine Texte sind keine Reiseführer — sie sind Einordnungen: Was macht einen Ort oder eine Region aus? Für wen lohnt sich ein Besuch? Was sollte man wissen, bevor man losfährt? Lukas schreibt so, wie er selbst Empfehlungen sucht: sachlich, ehrlich und ohne Übertreibung.