Fünf Tage lang verwandeln sich die Plätze rund um den Salzburger Dom in eine Bühne für Volksmusik, historische Fahrgeschäfte und traditionelle Handwerkskunst — zu Ehren eines Mannes, der die Stadt vor über 1.300 Jahren erst zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Der Rupertikirtag gehört mit teils bis zu 200.000 Besucherinnen und Besuchern zu den traditionsreichsten Volksfesten Österreichs.
Dieser Artikel erklärt, wer der heilige Rupert war, was den Rupertikirtag als Fest ausmacht und was 2026 auf dem Programm steht.
49. Salzburger Rupertikirtag 2026
Datum: 23. bis 27. September 2026
Ort: Plätze rund um den Salzburger Dom, Salzburger Altstadt (Mozartplatz 2026 baustellenbedingt nicht verfügbar)
Website: rupertikirtag.at
Wer war der heilige Rupert und warum gilt er als Gründer Salzburgs?
Rupert kam um das Jahr 696 als Missionsbischof aus Worms nach Salzburg, gründete dort das älteste Kloster Österreichs und baute die Stadt auf den Trümmern der römischen Siedlung Juvavum neu auf.
Noch im Jahr seiner Ankunft gründete Rupert das Kloster St. Peter — bis heute das älteste bestehende Kloster Österreichs — sowie später das Nonnberg-Kloster, die älteste deutschsprachige Benediktinerinnenabtei. Weil er der Stadt damit ihre heutige, christlich geprägte Gestalt gab, gilt er als eigentlicher Gründer des modernen Salzburg. Dargestellt wird er meist mit einem Salzfass in der Hand — ein Hinweis auf seinen Einfluss auf den Salzhandel, der später zur wirtschaftlichen Grundlage der Stadt wurde.
Warum wird der Rupertikirtag Ende September gefeiert?
Der Termin geht auf den 24. September 774 zurück, als Ruperts Gebeine feierlich in den neu errichteten Salzburger Dom überführt wurden — dieser Tag ist bis heute Salzburger Landesfeiertag.
Der 24. September ist damit nicht Ruperts Todestag, sondern der Tag seiner Reliquienübertragung — ein Ereignis, das einer nachträglichen Heiligsprechung gleichkam, da eine förmliche Kanonisation im 8. Jahrhundert noch nicht üblich war. Der Tag ist zwar kein bundesweiter, aber ein Salzburger Landesfeiertag, an dem Schülerinnen und Schüler des Bundeslandes traditionell schulfrei haben.
Wie alt ist die Tradition des Rupertikirtags?
Der Rupertikirtag in seiner heutigen Form wird seit über 40 Jahren gefeiert, seine Wurzeln reichen aber deutlich weiter zurück — bis zu einem prunkvollen Domweihfest im Jahr 1628.
Unter Erzbischof Paris Lodron diente die Feier zum Rupertitag im 17. Jahrhundert auch als Mittel fürstlicher Machtdemonstration, mit der Bevölkerung als willkommenem Nebeneffekt der Unterhaltung. Der Kirtag wurde über die Jahrhunderte nur in ausgesprochenen Notzeiten ausgesetzt und hat sich seither als eines der beständigsten Volksfeste Österreichs etabliert. Wichtig zur Einordnung: Der Rupertikirtag ist nicht zu verwechseln mit der Salzburger Frühjahrs-„Dult“, einem Vergnügungspark-Jahrmarkt, der traditionell um Pfingsten auf dem Messegelände stattfindet und trotz ähnlichen Namens kaum historische Bezüge zum Rupertikirtag aufweist.
Wie läuft der Rupertikirtag traditionell ab?
Ein feierlicher Eröffnungsfestzug mit Angelusläuten und Salutschüssen markiert den Auftakt, ein symbolisches „Einholen der Fahne“ durch die Kunstfigur Hanswurst beendet das Fest traditionell am letzten Tag.
Am ersten Festtag ziehen Angelusläuten der Domglocken und Salutschüsse der Bürgergarde die Eröffnungszeremonie ein, gefolgt vom traditionellen Bieranstechen im Festzelt durch die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister der Stadt. In den folgenden Tagen prägt buntes Kirtagstreiben mit jährlich wechselndem Programm die Salzburger Altstadt, bevor die historische Figur des Salzburger Hanswurst das Fest am letzten Tag mit dem Einholen der Festfahne offiziell beschließt — dieselbe Figur, die den Kirtag zu Beginn eröffnet hat.
Was gehört zum Programm des Rupertikirtags?
Historische Fahrgeschäfte, eine eigens errichtete Theaterbühne und Handwerksvorführungen unter dem Motto „Lebendiges Handwerk“ prägen das Programm neben Volks- und Blasmusik.
Geisterbahn, Kettenkarussell und Ringelspiele erinnern an die Jahrmarktstradition, aus der der Kirtag hervorgegangen ist. Auf der eigens für das Fest gebauten Pawlatschenbühne werden Theaterstücke aufgeführt, während unter dem Motto „Lebendiges Handwerk“ Vertreterinnen und Vertreter alter, teils fast vergessener Berufe wie Federkielsticker oder Papiermacher ihre Fertigkeiten zeigen. Das traditionelle Rupertischießen der Festungs-Prangerschützen ergänzt das Programm um einen weiteren, historisch verwurzelten Programmpunkt. Viele Gäste besuchen das Fest bewusst in Dirndl oder Lederhose.
Was isst man traditionell am Rupertikirtag?
Die kulinarische Ausrichtung folgt traditioneller Hausmannskost — von Ochsenbraten über Wildspezialitäten bis zur regionalen Besonderheit „Hasenöhrl mit Sauerkraut“.
Im Festzelt werden volksfesttypische Gerichte wie Brathühner und Ochsenbraten serviert, ergänzt durch das Angebot der Salzburger Jägerschaft mit Wildbret, eine eigene Knödelhütte sowie Stände mit Steckerlfisch. Die kulinarische Besonderheit des Festes ist das „Hasenöhrl mit Sauerkraut“ — ein Gericht, das man außerhalb der Kirtagszeit in Salzburg kaum findet und das für viele Stammbesucher fest zum Rupertikirtag dazugehört.
Häufige Fragen zum Salzburger Rupertikirtag
Wann findet der Rupertikirtag 2026 statt?
Vom 23. bis 27. September 2026 auf den Plätzen rund um den Salzburger Dom in der Altstadt.
Wer war der heilige Rupert?
Rupert war ein Missionsbischof, der um 696 aus Worms nach Salzburg kam, das Kloster St. Peter gründete und als eigentlicher Gründer des heutigen, christlich geprägten Salzburg gilt. Er ist Landespatron des Bundeslandes.
Warum wird der Rupertikirtag Ende September gefeiert?
Der Termin geht auf den 24. September 774 zurück, als Ruperts Gebeine in den neu errichteten Salzburger Dom überführt wurden. Dieser Tag ist bis heute Salzburger Landesfeiertag.
Was ist der Unterschied zwischen Rupertikirtag und der Salzburger Dult?
Der Rupertikirtag ist das historisch verwurzelte Domkirchweihfest im September. Die Frühjahrs-Dult ist ein separater, weniger traditionsverbundener Vergnügungspark-Jahrmarkt um Pfingsten auf dem Messegelände.
Wer eröffnet und beendet den Rupertikirtag traditionell?
Die historische Figur des Salzburger Hanswurst eröffnet das Fest am ersten Tag und beschließt es am letzten Tag mit dem symbolischen Einholen der Festfahne.
Was sollte man am Rupertikirtag probieren?
Neben Ochsenbraten und Wildspezialitäten gilt das „Hasenöhrl mit Sauerkraut“ als kulinarische Besonderheit, die eng mit dem Fest verbunden ist.
Fazit
Der Rupertikirtag zeigt, wie eng kirchliche Geschichte und weltliches Volksfest in Salzburg miteinander verwoben sind — entstanden aus der Verehrung eines Stadtgründers aus dem 7. Jahrhundert, getragen bis heute von Handwerk, Musik und einer Kulinarik, die man an keinem anderen Tag des Jahres in dieser Form findet. Wer die Salzburger Altstadt einmal nicht als Kulisse für Mozart und Festspiele, sondern als lebendigen Festplatz erleben möchte, findet im Rupertikirtag einen der eindrücklichsten Anlässe dafür.
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